Sport für Menschen mit Frühdemenz

Neue Westfälische vom 25.11.10

KREISSPORTBUND: Bewegungsangebot eines neuen Vereins in Bad Oeynhausen löst Begeisterung aus
von Jürgen Knicker


Kreis Minden/Bad Oeynhausen. Das Vereinsförderprogramm der Landesregierung „1000 x 1000 - Anerkennung für den Verein“ hat sich auch im Kreis Minden-Lübbecke zu einem Erfolgsmodell entwickelt. 26 Vereine werden vom Kreissportbund (KBS) in diesem Jahr für förderungswürdige Maßnahmen mit jeweils 1.000 Euro prämiert.


Der KSB-Präsident Prof. Dr. Jens Große und KSB-Geschäftsführer und Sportreferent Helmut Schemmann stellten die Preisträger und deren Projekte jetzt vor. Das Programm „1000 x 1000“ wurde von der Landesregierung im Vorjahr ins Leben gerufen. 1.000 Sportvereine erhielten für Sportangebote zur Förderung der Integration und der Gesundheit jeweils 1.000 Euro. Im Mühlenkreis prämierte der Kreissportbund damals 33 Sportvereine. Aufgrund der guten Resonanz entschloss sich die Landesregierung, das zunächst auf ein Jahr begrenzte Projekt neu aufzulegen. Dem Kreis wurden dabei 25.000 Euro zur Ausschüttung bereitgestellt.

„In diesem Jahr sind 31 Anträge bei uns eingegangen, von denen 26 unterstützt werden können. Somit bezuschussen wir einen Verein mehr, als ursprünglich vorgesehen“, berichtete der KSB-Präsident nicht ohne Stolz. Auch auf die breite Streuung der Fördermittel ist der KSB stolz. „Pro Kommune unseres Kreises bewarb sich mindestens ein Sportverein. Einzige Ausnahme ist die Gemeinde Hille. Von dort lag uns kein Antrag vor“, so Große.

Das größte Interesse löste jedoch ein Bewegungsangebot für Menschen mit Frühdemenz des Projektes „Balance - Verein für Präventions- und Rehabilitationssport Bad Oeynhausen“ aus. „Wir haben dazu Anfragen aus der ganzen Bundesrepublik. Unser Angebot war ein Volltreffer. Die Menschen sind davon begeistert“, berichtet Hartmut Schilling, eines der Vorstandsmitglieder des noch jungen Vereins. Schilling kam durch die Demenzerkrankung seines eigenen Vaters auf die Idee, ein Sport- und Bewegungsangebot für an Demenz leidende Menschen zu schaffen. Dabei betraten Schilling und seine Mitstreiter absolutes Neuland. „Wir müssen mit diesem Angebot noch Erfahrung sammeln. Es gibt keine Vorbilder. Der Kreis Minden-Lübbecke ist Vorreiter. Ein wichtiges Ziel ist es, mehr Erfahrungswissen zu gewinnen, welchen gesundheitsfördernden Einfluss eine verstärkte Bewegungsförderung bei den Erkrankten haben kann“, berichtet er.

Derzeit werden zwei Gruppenkurse in Minden und einer in Bad Oeynhausen mit Demenzkranken angeboten und in 14-tägigem Rhythmus durchgeführt. Die Balance-Initiatoren sind dabei, ihr Angot auszuweiten und den Trainings-Rhythmus auf einen wöchentlichen Turnus umzustellen. „Im nächsten Jahr wollen wir auch in Lübbecke mit einer weiteren Gruppe starten“, so Schilling. Wie begeistert das seit September 2010 existente Sportprogramm für Demenzkranke aufgenommen wird, davon berichtete die speziell dafür ausgebildete Übungsleiterin Kathrin Dietrich. Sowohl von den Kurs-Teilnehmen als auch von deren Angehörigigen gebe es eine überwältigende Resonanz, so Kathrin Dietrich.